Panama – Land zwischen zwei Meeren

 

Im Rahmen der Vortragsreihe „Zu Gast in andern Ländern“ hat der Heimat-& Verkehrsverein Breckenheim am 26. April zu einem Dia-Vortrag über Panama in das Vereinshaus eingeladen. Als Vortragender konnte nun schon zum vierten Mal der Reiseexperte und –journalist Horst Liebelt aus Bad Vilbel gewonnen werden, der seinen eineinhalbstündigen Vortrag mit dem Ausspruch „Oh, wie schön ist Panama“, dem Titel eines bekannten Kinderbuches von dem Zeichner Janos, überschrieb. Der Vorsitzende des HVV, Klaus Peter Wolf, begrüßte die Zuhörer im leider nicht vollbesetzten Vortragsraum und stellte den Referenten des Abends vor, der den meisten kein Unbekannter ist, war er doch schon vier Mal in Breckenheim, zuletzt vor zwei Jahren mit einem Vortrag über Südafrika.

 

In einer abwechslungsreichen Dia-Schau stellte der Referent die Geschichte und Kultur dieses Landes zwischen Pazifik und Atlantik vor, das eine Brücke zwischen Zentral- und Südamerika bildet. Panama wurde 1501 von dem Spanier Bastidas entdeckt, doch erst zwölf Jahre später drang Balboa über die schmale Landenge, den Isthmus, bis zur Südküste des Landes vor und entdeckte er dort das „Mar del Sur“ (Südmeer), den Pazifik. Nahezu drei Jahrhunderte lang blieb Panama ein für den spanischen Handel wichtiges Territorium, um sich 1821 nach der Unabhängigkeitserklärung von Spanien zu trennen und sich zunächst der Republik Großkolumbien, dem auch Venezuela, Ecuador und Kolumbien angehörten, anzuschließen und 1903 unabhängig zu werden. Noch heute ist der spanische Einfluss in Tradition, Architektur und Lebensweise der 3,3 Millionen Einwohner sichtbar.

 

Der Vortrag zeigte Eindrücke von Panama City, der nahe dem Südausgang des Panamakanals gelegenen Landeshauptstadt, die 1674 nach vollständiger Zerstörung von Panama Vieja  gegründet wurde und eine Mischung aus kolonialzeitlich-spanischen und modernen nordamerikanischen Elementen darstellt. Bilder von einer Schiffsreise durch den Panamakanal werden ergänzt durch einen Beitrag über die Geschichte dieses Kanals, der 1880 von dem Franzosen Lesseps, bekannt als Erbauer des Suez-Kanals, begonnen, nach zwanzig Jahren aber ergebnislos – und verlustreich abgebrochen wurde, um 1903 erneut aufgenommen zu werden – 1914 fuhr das erste Schiff auf diesem von Menschen angelegten 83 km langen Wasserweg. Eindrucksvoll waren die Aufnahmen von der Passage durch die nur 30 Meter breiten Schleusen, die zum Ausgleich der Höhenunterschiede im Verlauf des Kanals bewältigt werden mussten, da ein „ebenerdiger Durchstich“ wie beim Suezkanal in der glatten Wüste Ägyptens im gebirgigen Panama nicht möglich war.

 

Vor der Atlantikküste im Norden des Landes liegt die Gruppe der San Blas-Inseln, auf denen Indianer vom Stamm der Kuna zumeist heute noch in ihren alten Traditionen vom Fischfang leben, die aber nach Bau eines Flughafens für Kleinflugzeuge vom Tourismus erschlossen wurden. Eindrücke vom Besuch der Inselgruppe rundete den interessanten Vortrag ab. Lebhafter Applaus war Ausdruck des Dankes für diesen Beitrag, der Land, Leute, Kultur und Geschichte des Landes den Besuchern näher brachte. In der Pause und im Anschluss an den Vortrag hatten die Zuhörer Gelegenheit, sich an alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken sowie an landestypischen Imbissen wie Chili-con-carne zu erfreuen und bis in die späten Abendstunden im Gespräch mit Nachbarn und Freunden den Tag ausklingen zu lassen.

K.D.

Bild  Der Vortragende Horst Liebelt dem Thema des Abends angemessen mit Panama-Hut