Der Wiesbadener Kurier schrieb am 26. November 1969:

'Mini-Fremdenverkehr'

soll Breckenheim attraktiver machen

Das ist Ziel des neuen Heimat- und Verkehrsvereins

 

BRECKENHEIM Die Neubürger waren zwar die treibenden Motoren für die Schaffung des Vereins, aber ihr Aufruf an die Alteingesessenen verhallte nicht ungehört. Dieses Fazit zog Bürgermeister Blankemeyer aus der Gründung des „Heimat- und Verkehrsvereins", die schon im ersten Anlauf gelang. Nachdem Dr. Lattewitz, von dem Idee und Energie zur Verwirklichung ausgingen, noch einmal seine Vorstellungen entwickelt hatte, warum er den Verein für erforderlich hält und was er als seine Aufgaben ansieht, wurde nur noch wenig über Für und Wider der Gründung diskutiert, sondern man stieg sofort in die Arbeit ein und wählte erst einmal einen Vorstand.

Schon seine Zusammensetzung gibt zu erkennen, daß das letzte besorgte Argument: die Altbürger könnten nicht mitmachen wollen, unbegründet war. Die um Initiator Dr. Lattewitz als Vorsitzendem gescharten Vorkämpfer eines „freundlichen Breckenheim" sind keine Unbekannten im örtlichen Geschehen: Zweiter Vorsitzender wurde Walter Bohrmann, Schriftführer Adolf Diefenbach, Kassierer Eugen Koch, und die Verbindung mit der Presse will Edmund Berthel herstellen. Schon in rund drei Wochen sollen Satzung und Arbeit des Vereins weiter beraten werden.

 

Der neue Vorsitzende hatte in seinem Grundsatzreferat auch Ausführungen dazu gemacht, was nicht geschehen soll, nämlich sich um „großen" Fremdenverkehr mit Kurtaxe und werbenden Prospekten zu bemühen. Aber der Ausflügler aus den nahen Großstädten soll Breckenheim als Ziel schätzen, durch die Bemühungen der Bürgerschaft kennen und deshalb lieben lernen, weil er sich in der Gemeinde und ihrer Umgebung wohlfühlt, wo allerlei Annehmlichkeiten auf ihn warten.

 

Bürgermeister Blankemeyer erklärte, warum gerade ein Neubürger „auf den Trichter" kommen mußte: den Alteingesessenen sind die liebenswürdige Landschaft und  Vorzüge der  Lage  ihrer  Gemeinde so vertraut und selbstverständlich, daß sie das Besondere, das der Fremde er-kennt, überhaupt nicht wahrnehmen.

 

Dr. Lattewitz ließ auch keinen Zweifel daran, daß er und mit ihm der neue Verein erwarten, daß die Bemühungen um ein schöneres, lebendigeres und den „großen Nachbarn" gefälliges Breckenheim auch Anerkennung „zwischen Daumen und Zeigefinger" erwarten. Auf die Mithilfe der Gemeinde konnte er von Anfang an vertrauen, aber auch vom Kreis, der stets sein Herz fürs Ländchen auf der Zunge trage, und vom Land rechne man mit Unterstützung. wenn man die Vorstellungen vom „Minifremdenverkehr in Breckenheim" in die Wirklichkeit umsetze. Angefangen werden soll mit der Arbeit „lieber heute als morgen" — darüber waren sich alle Beteiligten einig.